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🇩🇪 24h Motos 2023: ERC ENDURANCE DUCATI MIT RANG FÜNF IN DRAMATISCHEN 24-STUNDEN VON LE MANS 🇩🇪

Le Mans, Frankreich. ERC Endurance Ducati hat sich beim Saisonauftakt der FIM Endurance World Championship 2023 bei den 24 Stunden von Le Mans den fünften Platz gesichert. Philipp Öttl (GER), Chaz Davies (GBR) und David Checa (ESP) lieferten auf der Strecke einen fehlerfreien Job ab – genau wie das Team in den insgesamt 24 Boxenstopps. Nach 820 Runden in 24 Stunden – das sind 3431,7 Kilometer, überquerte die EWC-Ducati Panigale V4R die Ziellinie nur 22 Sekunden hinter den Viertplatzierten. Die Mannschaft hatte nahezu das gesamte Rennen über um das Podest gekämpft, musste sich dann aber mit Platz fünf begnügen. 

Der Deutsche WorldSBK-Stammfahrer Philipp Öttl startete vor 77.200 begeisterten Langstrecken-Fans in das Rennen und zeigte gleich einen starken ersten Stint. Er übergab die Panigale schließlich an Chaz Davies, der später wiederrum an EWC-Legende David Checa.

Nachdem sich die Anfangswogen der jeweils ersten Stints gelegt hatten, kämpfte ERC Endurance Ducati konstant um die Positionen zwei bis fünf. Nach acht und 16 Stunden konnte man daher schon kräftig WM-Punkte sammeln.

Das gesamte Team arbeitete fehlerfrei, „lediglich“ zwei Probleme tauchten auf. Eines davon war die neue, dieses Jahr einheitlich vorgeschriebene Tanksystemanlage, die an der EWC-Ducati Panigale V4R nicht richtig funktionierte. Damit verlor das Team pro Tankstopp zwischen zehn und 15 Sekunden auf die Konkurrenz. Dies wird nun von den Technikern und Ingenieuren in Bologna und Karlsruhe genauer unter die Lupe genommen, um beim nächsten Lauf in Spa Francorchamps besser aufgestellt zu sein.

Das zweite „Problem“ war, dass sich ERC Endurance Ducati an den Service-Plan hielt und einen planmäßigen Kupplungswechsel vor nahm – ein Problem, welches beim Bol d’Or im letzten Jahr den Sieg gekostet hatte. Doch auch wenn der Wechsel unter Safety-Car-Bedingungen statt fand, verlor man rund sieben Minuten. Am Ende gab es einen positiven und einen negativen Aspekt: Die Verbesserungen und Weiterentwicklungen an der Kupplung haben gezeigt, dass ein planmäßiger Wechsel in 24 Stunden Rennen nicht mehr von Nöten ist und das Material nun durchhält. 

Zwischen den Runden 471 und 521 hatten Öttl, Davies und Checa den zweiten Platz inne und kämpften fortan gegen YART Yamaha durch die Nacht hindurch um den Silber-Rang. Nach dem Kupplungswechsel fiel das Team auf den sechsten Platz zurück, kämpfte sich aber erneut nach vorn. Am Ende musste man den vierten Platz um 22 Sekunden an #333 Viltais Honda überlassen, die ebenfalls das gesamte Rennen über zur direkten Konkurrenz gehört hatten. 

ERC Endurance Ducati sammelte bei den 24 Stunden von Le Mans insgesamt 38 Punkte und liegt damit nach einem von vier Rennen auf Rang vier der FIM Endurance World Championship Gesamtwertung. Ducati ist Fünfter der EWC-Hersteller-Wertung.

Der nächste Lauf zur FIM Endurance World Championship findet vom 16. bis 18. Juni auf der legendären belgischen Rennstrecke von Spa Francorchamps statt. 

Philipp Öttl:

„Das Rennen hat gut gepasst, ich habe den Start gut erwischt und bin einen guten ersten Stint gefahren. Es waren zwar ein paar Dinge dabei, die ich so jetzt noch nicht gekannt habe, aber ich denke ich bin trotzdem gut gefahren. Ich habe die viertschnellste Rennrunde gefahren und war von uns Dreien auch der Schnellste. Dieses Jahr war die Nacht etwas schwieriger zu fahren als letztes Jahr – und trotzdem bin ich nachts etwas schneller unterwegs gewesen. Wir haben ein gutes Ding gemacht, denke ich. Die Ducati braucht noch ein paar Fortschritte an manchen Punkten, um für die Endurance noch besser aufgestellt zu sein. Meine beiden Teamkollegen haben auch einen mega Job gemacht. Es war bei mir wie letztes Jahr eine kurzfristige Aktion, aber ich konnte mich richtig schnell auf das Motorrad einstellen und insgesamt auch schneller als letztes Jahr fahren.“

Chaz Davies:
„Was für ein tolles Gefühl die schwarz-weiß-karierte Flagge zu sehen! Das waren meine ersten richtigen 24-Stunden beim dritten Versuch. Eine wirklich tolle Erfahrung durch die Nacht und das Rennen zu kommen, der Morgen-Stint komplett im Nebel, das war richtig extrem. Es war wirklich so gut wie alles dabei, was man in einem 24-Stunden-Rennen durchmachen kann. Für mich war das eine unglaubliche Erfahrung. Jeder im Team kann unglaublich stolz darauf sein, was sie geleistet haben – von meinen Teamkollegen über die Mechaniker bis hin zur Crew in der Hospitality. Ich glaube wir sind ein perfektes Rennen gefahren. Leider mit einem bitter-süßen Geschmack, denn wir sind nicht auf das Podest gefahren. Dafür hätten wir aber ganz klar die Pace gehabt. Wir waren unglaublich lange auf Podestkurs, haben uns dann aber für einen Service-Stopp entschieden, der nicht notwendig gewesen wäre. Vielleicht waren wir da etwas übervorsichtig und hätten einfach das Podest im Blick  behalten sollen. Aber auch das ist ein Lernprozess für alle. Wir haben aus diesem Rennen sehr viel gelernt, gerade auch für mich persönlich, was es für die 24 Stunden braucht, aber auch auf der technischen Seite. Wir wissen jetzt, an welchen Punkten wir für das nächste Rennen arbeiten müssen und von welchen wir die Finger lassen müssen. Das war ein wirklich spannendes Wochenende für mich. Ich möchte mich erneut bei allen im ERC Endurance Ducati Team bedanken und ich freue mich jetzt schon auf das nächste Rennen in ein paar Wochen!“

David Checa:
„Das war kein leichtes Rennen. Wir dürfen nicht mehr das Tanksystem benutzen, welches wir letztes Jahr hatten und konnten das Neue bis Freitag nicht zum Funktionieren bringen. Wir haben bei jedem Tank-Stopp zwischen zehn und zwölf Sekunden verloren und das sind in der Summe drei Runden, sowas ist auf der Strecke nie leicht aufzuholen. Trotzdem haben wir nie aufgegeben. Ohne dieses Problem hätten wir um den zweiten Platz kämpfen können. Unsere Mechaniker haben im Rennen einen perfekten Job gemacht, in der Box hat einfach alles geklappt. Wir haben dieses Mal die Kupplung planmäßig gewechselt und Wissen jetzt, dass die Verbesserungen mit dem neuen System funktionieren und wir mit einer Kupplung die 24 Stunden schaffen können. Das ist gut zu wissen für das nächste Rennen. Im Vergleich zum Bol d’Or hat sich auch die Crew noch einmal gesteigert und überhaupt gar keine Fehler gemacht. Unsere Zeit kommt, das nächste Rennen ist in Spa. Wir haben noch ein paar Hausaufgaben bei der Elektronik, aber ich denke, dass wir in Spa das Podium anvisieren können und dann sehen wir, was beim Bol d’Or passiert, denn dort wissen wir, dass unser Motorrad funktioniert. In der WM ist alles drin, denn wir haben Punkte für Platz drei nach acht Stunden, Punkte für Platz zwei nach 16 Stunden und am Ende Punkte für Platz fünf geholt. Das ist eine gute Basis und in Spa werden wir versuchen, das zu wiederholen und dann hoffen wir, dass zum Ende des Jahres noch die Option besteht, Weltmeister werden zu können.“

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